Der C15 macht optisch einiges her. Das matte Kunststoffgehäuse wirkt robust und zweckmäßig, die Spaltmaße sind gleichmäßig, scharfe Fertigungskanten sucht man vergebens. Mit rund 10,4 Kilogramm fällt er leichter aus als mancher Konkurrent und lässt sich dank integriertem Handgriff bequem transportieren – praktisch, wenn man ihn per Spot-Modus in entlegene Gartenbereiche trägt. Bedienelemente gibt es direkt am Gerät, ein Display hingegen nicht: Sämtliche Einstellungen laufen über die App. Einzige Ausnahme ist die Schnitthöhe, die lässt sich nur manuell per Drehknauf am Gerät zwischen 20 und 60 Millimetern justieren. Das ist für ein Gerät dieser Preisklasse akzeptabel, wirkt aber in Kombination mit der sonst volldigitalen Steuerung wie ein Rückschritt.
Auffällig sind die beiden kleinen Vorderräder: Sie sind locker gelagert und erzeugen auf unebenem Untergrund ein klackerndes Geräusch, das zum sonst sehr ruhigen Betrieb nicht passen will. Die großen Hinterräder mit 225 Millimetern Durchmesser hingegen überzeugen. Sie sorgen für gute Traktion und eine rasenschonende Fahrweise. Steigungen bis 32 Prozent meistert der C15 problemlos; steilere Hanglagen sind nicht sein Terrain. Das Gehäuse ist nach IPX6 zertifiziert und damit spritzwasserdicht – Reinigung per Gartenschlauch ist also kein Problem.
Einrichtung & Kartierung
Die optionale Garage (100 Euro Aufpreis) lässt sich werkzeugfrei aufschrauben, der Roboter wird per App mit dem Heimnetz verbunden, und schon beginnt die automatische Kartierung. Das funktioniert im Test genauso unkompliziert, wie Eufy es bewirbt. Die Karte, die der C15 dabei erstellt, ist präzise und lässt sich in der App vollständig anpassen: No-Go-Zonen, virtuelle Grenzen, mehrere Mähzonen mit individuellen Zeitplänen – alles ist in wenigen Tippen erledigt. Wer möchte, schaltet die Realkarten-Ansicht zu und sieht seinen Garten als echtes Kamerabild statt als abstrakte Darstellung. Das ist nicht nur optisch ein Mehrwert, sondern hilft beim präzisen Einzeichnen von Zonen erheblich.
Für separate Rasenflächen – Vorgarten, zweiter Bereich, theoretisch auch der Nachbarsgarten – bietet der Spot-Modus eine elegante Lösung: Einfach hinstellen, Modus starten, der Roboter arbeitet die Fläche bis 100 Quadratmeter eigenständig ab. Einen Haken gibt es allerdings: Der C15 funktioniert nur mit aktiver WLAN-Verbindung. Wer also beim Nachbarn mähen möchte, muss entweder einen mobilen Hotspot einrichten oder in das optionale Mobilfunkmodul investieren – das schlägt mit 99 Euro zu Buche und beinhaltet zwei Jahre Datentarif.
Navigation & Mähleistung
Das Herzstück des C15 ist Eufys TrueVision-Technologie: Zwei 3D-Stereokameras an den Außenseiten, eine hochauflösende Kamera in der Mitte und eine LED-Lampe für Situationen mit wenig Licht. Kamerabasierte Navigation ist dabei keine Erfindung der Mähroboter-Branche – Saugroboter navigieren seit Jahren per Kamera und KI zuverlässig durch Wohnungen, erkennen Hindernisse in Echtzeit und erstellen präzise Grundrisskarten. Was im Innenraum längst Standard ist, hält nun also auch im Garten Einzug. Der Unterschied: Draußen sind die Bedingungen deutlich unberechenbarer – wechselndes Licht, Schatten unter Bäumen, nasse Rasenflächen, unregelmäßige Grenzen.
Dass der C15 diese Herausforderungen meistert, ist keine Selbstverständlichkeit. Er bewegt sich mit einer Sicherheit und Zielgenauigkeit, die tatsächlich an gute Saugroboter erinnert – zügig, systematisch, ohne wirre Umwege. Selbst 60 Zentimeter enge Passagen zwischen Hecke und Spielgerüst stellen kein Problem dar. Hindernisse aller Art – Gartenmöbel, Spielzeug, Schläuche – werden souverän umfahren, das Mähergebnis an solchen Stellen beim nächsten Durchgang automatisch nachgebessert. Bei tiefhängenden Pflanzenteilen, die über den Rasen ragen, stößt der Mäher allerdings an seine Grenzen. Wie beim Saugroboter muss also auch für den Mäher der Arbeitsbereich etwas vorbereitet werden.
Der Kleintierschutz funktioniert im Test zuverlässig: Der C15 stoppt rechtzeitig vor unserem Stofftier-Igel und hält sicheren Abstand. Bei Dunkelheit oder Regen kehrt er automatisch zur Ladestation zurück.
Das Mähbild fällt ordentlich aus. Parallele Bahnen lassen sich in der App in Richtung und Winkel konfigurieren; wer möchte, kann auch ein Kreuz- oder Karomuster einstellen. An offenen Rasenkanten arbeitet der Roboter sauber bis zum Rand, auf Wunsch sogar leicht darüber hinaus, was manuelle Nacharbeit mit dem Trimmer deutlich reduziert. An Wänden und dichten Hecken hingegen bleibt ein schmaler Streifen stehen, den man von Hand nacharbeiten muss.
App, Konnektivität & Datenschutz
Die Eufy-App ist modern, übersichtlich und funktionsreich: Live-Standort, direkter Kamerazugriff, Zeitplanung, No-Go-Zonen, Diebstahlschutz, Regenerkennung mit einstellbarer Empfindlichkeit – hier bleiben kaum Wünsche offen. Die Kehrseite: Der C15 ist ohne WLAN schlicht nicht arbeitsfähig. Eine lokale Verarbeitung unabhängig von Eufys Cloud ist nicht vorgesehen – Apple Home oder Home Assistant werden nicht unterstützt. Das passt ins Bild eines Geräts, das seine Intelligenz konsequent in die Cloud auslagert, wirft aber Fragen auf. Eufy hatte 2022 einen empfindlichen Rückschlag: Sicherheitsforscher wiesen nach, dass Kameradaten unverschlüsselt auf Eufy-Servern landeten – obwohl Nutzer das ausdrücklich abgewählt hatten. Eufy reagierte und besserte technisch nach. Ob und inwieweit diese Verbesserungen auch den C15 betreffen, kommuniziert das Unternehmen jedoch nicht transparent. Wer sensibel mit seinen Gartendaten umgeht, sollte das im Blick behalten – auch wenn der Skandal inzwischen Jahre zurückliegt.
Fazit
Der Eufy C15 ist ein überzeugender Einstieg ins kabellose Mähen. Schnelle Kartierung, souveräne Navigation, leiser Betrieb und eine funktionsreiche App ergeben ein stimmiges Paket – mit spürbarem Mehrwert gegenüber klassischen Drahtrobotern, die gut die Hälfte kosten. Der Grundpreis liegt bei 899 Euro; die Garage ist optional und schlägt mit 100 Euro Aufpreis zu Buche. Die manuell einzustellende Schnitthöhe und die ratternden Vorderräder sind kleine, aber spürbare Schwächen. Das größte Fragezeichen bleibt der Datenschutz: Wer einem Roboter mit Kamera die tägliche Gartenrunde anvertraut, sollte wissen, wo diese Bilder landen – und das kommuniziert Eufy bislang nicht klar genug.
| Produktname | C15 |
|---|---|
| Hersteller | Eufy |
| Preis | 899 € |
| Pro |
|
| Contra |
|
| 1,8gut |
















